Der 11. September polarisiert - (K)eine gemeinsame Basis?

Eine internationale Gruppenausstellung

Die Ereignisse des 11. September 2001 hatten globalen Einfluss auf fast alle Lebensbereiche der Menschheit - auch auf die Kunst. 11september11 ist eine gemeinnützige Initiative, die sich mit zivilgesellschaftlichem Engagement mit den Anschlägen des 11. September 2001 und deren Nachwirkungen künstlerisch auseinandersetzt. Zum Gedenken der Anschläge wird alljährlich weltweit mit vielen Veranstaltungen an die Opfer erinnert. Zehn Jahre nach diesem tragischen Ereignis möchte die Initiative mit der Projektinstallation 11september11 ein Ausstellungsnetzwerk für zeitgenössische Kunst schaffen. Ziel dabei ist es, einen interkulturellen Dialog über die Bildsprache zu führen.

Mit Beginn der Ausschreibung, im April 2011, startet der Aufbau des Netzwerks. Am 11. September 2011 um 08.46 Uhr (New Yorker Zeit) wird das Ausstellungsnetzwerk 11september11 an weltweiten Ausstellungsorten und im virtuellen Ausstellungsraum Werke engagierter und renommierter KünstlerInnen präsentieren. Die vom Kuratorenteam ausgewählten KünstlerInnen werden die Knotenpunkte im Ausstellungsnetz bilden und laden ein, unterschiedlichsten Perspektiven der Auseinandersetzung zu folgen. Der Initiator Roland Klümpen und sein Team möchten einen Moment der Reflexion und des gemeinsamen Austauschs ermöglichen.

Von Leid und Betroffenheit, über Ironie und Sarkasmus, bis zur Glorifizierung und Normalisierung reicht die Bandbreite der Wahrnehmungen und Beschreibungen. Die Ausstellung möchte das Publikum mit verschiedenen Standpunkten zum Thema vertraut machen. Voraussetzung ist, dass die KünstlerInnen unterschiedliche gesellschaftliche Gruppen vertreten und somit ganz persönliche Ansichten ein repräsentatives Ganzes ergeben.

Dass die Auseinandersetzung mit diesem Thema nichts an Aktualität verloren hat, zeigt sich stets aufs Neue. Die Ereignisse haben differenziert und umfassend in die Lebensgeschichten und den Alltag der Menschen hineingewirkt und wirken noch heute. Die Intoleranz gegenüber anderen religiösen oder kulturellen Entwicklungen sind ein Grund, diese Projektinstallation mit dem Ziel eines Dialoges zu realisieren. Ein Zusammenführen von Ausstellung, Information und Debatte ist für das temporäre Netzwerk Aufgabe und zugleich treibende Kraft. Ein besonderes Anliegen ist es, die vielfältigen Eindrücke und Einflüsse auf die Kunst zu zeigen und miteinander in Kontakt treten zu lassen. Als genaue Beobachter und Analysten ihres direkten Umfeldes setzen sich die KünstlerInnen in ihren Werken intensiv mit einem breiten Spektrum von Fragen rund um das Thema auseinander.

BesucherInnen können den verschiedenen Sichtweisen und Eindrücken virtuell folgen. Durch eine Vernetzung der KünstlerInnen, Institutionen und BesucherInnen auf der Internetseite www.11september11.de soll ein interaktiver Kunstraum entstehen. Bei dem Blick auf andere Ausstellungsorte können BesucherInnen vielseitigen Eindrücken folgen. Fragen zur Relevanz für die eigene Lebenswelt stellen sich auf neue Weise. Anders als in der klassischen „Ausstellung“ werden Exponate, Inszenierungen oder Szenografien in der Anordnung im virtuellen Raum ständig verändert. Die Ausstellung erhält nicht nur einen facettenreichen Rahmen, sondern auch eine Dynamik, die die Grenzen des normalen Ausstellungsraumes zu erweitern sucht.

Am Schluss der Ausstellung sollen Gemeinsamkeiten herausgestellt, auf unterschiedliche Perspektiven hingewiesen, und die Erfahrungen der Künstler und Besucher benannt werden, um ein gemeinsames Miteinander voranzubringen. Diese Ergebnisse sollen in einem gemeinsamen Ideenkatalog festgehalten werden. Der zur Ausstellung veröffentlichte Katalog wird eine weitere Möglichkeit bieten, einen ganz besonderen Blick auf die zeitgenössische Kunst zu werfen.

Die Projektinstallation ist ein experimenteller Dialog - die Vernetzung eine künstlerische Vision. 11september11 lädt alle herzlich dazu ein, sich zu engagieren, indem sie das Projekt aktiv mitgestalten und damit den Dialog ermöglichen.